Jahresbericht 2020

Nach über einem Jahr der kurzfristig abgesagten Jahresdienstversammlung bestand noch ein Funken Hoffnung, eine Veranstaltung mit reduzierter Personenzahl in der Ilex-Halle abhalten zu können. Doch leider war dies bis Ende Mai nicht umsetzbar und die Beförderungen und Funktionsübertragungen sollten nicht noch weiter aufgeschoben werden.

Somit fand die Jahresdienstversammlung dieses Jahr in etwas anderer Form statt – komplett online. Mit über 130 Teilnehmern war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder in die Ilex-Halle einladen können und auch wieder viele Gäste begrüßen dürfen.

13.05. – Großbrand im Industriegebiet Schnathorst

An Himmelfahrt wurde die Feuerwehr Hüllhorst um 11:47 mit dem Stichwort Brand Industriebetrieb in das Industriegebiet Schnathorst alarmiert. Direkt nach dem Alarm war eine schwarze Rauchwolke aus dem Industriegebiet zu sehen und die gesamte Feuerwehr Hüllhorst wurde vom Anrückenden 3 C-Dienst nachalarmiert. Beim Eintreffen wurde ein großer brennender Palettenstapel im Vollbrand vor einer Lagerhalle vorgefunden. Es wurden Riegelstellungen zu beiden angrenzenden Gebäuden eingerichtet. Insgesamt wurden 3 Wasserentnahmestellen an der Einsatzstelle eingerichtet und ein Pendelverkehr aus dem Industriegebiet Tengern eingerichtet. Zusätzlich musste das Wasser aus der Sprinkler-Zisterne eines anliegenden Gebäudes gefördert werden, um die Riegelstellung zu versorgen.

Mit unglaublichem Einsatz auf allen Ebenen konnten beide Nachbargebäude gehalten werden. Aufgrund der extremen Wärmeentwicklung der Halle im Vollbrand und der Anfangs knappen Löschwasserversorgung war dies ein absoluter Einsatzerfolg, denn die betroffene Halle war bereits bei Eintreffen nicht mehr zu retten.

Im Verlauf wurde die eigentliche Brandbekämpfung über zwei Drehleitern, sowie mehreren TLF mit Dachmonitoren und handgeführten Rohren unter Atemschutz durchgeführt. Da die Halle eingestürzt war und die Metallkonstruktion des Daches auf den Brandstellen der Halle lag (hauptsächlich Papier und Pappe), war die Brandbekämpfung im Verlauf nicht mehr effektiv. Es wurde nach enger Absprache mit dem Umweltamt mit Netzmittel (Class-A, 0,1 %) gearbeitet und die Halle über die Nacht mit dem Bagger der Fachgruppe Räumen und später einem 30t Kettenbagger eines ortsansässigen Unternehmens die komplette Halle zerlegt und mehrfach umgeschichtet. Dabei unterstützte die Fachgruppe Bergung des THW unter anderem mit einem Schneidbrenner. Zusätzlich wurde von dem THW die Einsatzstelle komplett ausgeleuchtet.

In den frühen Abendstunden konnten alle Löschgruppen der Feuerwehr Hüllhorst einrücken und den Grundschutz wieder eigenständig übernehmen. Bis 24 Uhr übernahmen 3 Züge aus Lübbecke, Hille und Pr. Oldendorf die Einsatzabschnitte. Diese wurden dann wieder von 3 Staffeln der Löschgruppen Holsen, Bröderhausen und Tengern abgelöst. Um 07 Uhr übernahmen die Tagesalarmstandorte Hüllhorst und Schnathorst mit Kräften aus mehreren Löschgruppen die Einsatzstelle und das THW rückte ab. Am Morgen wurde die Einsatzstelle weiter zurückgebaut und die Nachlöscharbeiten mit einem Werfer und später einem C-Rohr durchgeführt. Durch den Kettenbagger konnten alle Glutnester freigelegt werden. Während den Aufräumarbeiten musste die Einsatzstelle kurzzeitig für einen Brandmelde-Alarm verlassen werden. Gegen 13:30 verließen die letzten Einsatzkräfte die Einsatzstelle. Die Nacharbeiten in der Logistik (Schläuche, Atemschutz und Kleiderkammer) zogen sich noch bis ca. 17:00. Stand 15.05. 14:30 waren keine weiteren Nachlöscharbeiten mehr erforderlich und so wurden die verbliebenen Schlauchleitungen von der Löschgruppe Schnathorst abgebaut.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde der Mess-Zug des Kreises Minden-Lübbecke angefordert. Es wurde gemeldet, dass im Raum Bad Oeynhausen / Wulferdingsen und Löhne Rußniederschlag festgestellt wurde. Die Messeinheit nahm Proben vom Rußniederschlag in südlicher Richtung und übergab diese an das verständige Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz. Dies analysierte die Proben und konnten bereits am Abend mitteilen, dass von dem Ruß keine besondere Gefahr ausging.

Die Einsatzleitung wechselte vom ELW 1 später in den ELW2 des Kreises Minden Lübbecke. Der Kreisbrandmeister und beide Stellvertreter sowie der Arbeitsgruppenleiter Bevölkerungsschutz waren frühzeitig an der Einsatzstelle leisteten wertvolle Unterstützung in der Einsatzleitung.

Aufgrund der großen Rauchwolke gab es bereits vor Eintreffen der Feuerwehr einen großen Auflauf von Schaulustigen. Die Polizei musste nicht nur die Einsatzstelle, sondern auch die Tengerner Straße sperren, da die Tanklöschfahrzeuge die Straße zum Wasser holen in Tengern dauerhaft zügig befahren mussten. Vorher kam es zu extremen Behinderungen durch die Fahrzeuge der Schaulustigen, da die Straßenränder auch zum parken genutzt wurden.
Die Polizei forderte den Johanniter Unfallhilfsdienst aus Bad-Oeynhausen mit einer Motorradstaffel zur Unterstützung an. Leider hatte ein Fahrer mit seinem Motorrad in Tengern einen Alleinunfall und musste verletzt ins Krankenhaus transportiert werden. Auch hier war der Andrang der Schaulustigen so groß, das ein HLF des Grundschutzes zur Unterstützung des Rettungsdienstes entsendet werden musste. Der Kamerad der Johanniter hat sich am Bein / Knie verletzt und ist in Behandlung. Wir wünschen ihm alles Gute und schnelle Genesung!

Es wurden Einheiten und Sonderfahrzeuge der Feuerwehren Lübbecke, Minden, Petershagen, Löhne, Bad Oeynhausen, Hille, Preußisch Oldendorf, Kreises Minden Lübbecke und des Kreises Herford angefordert.
Das DRK Hüllhorst löste den Regelrettungsdienst ab und sorgte für die Verpflegung der über 140 Einsatzkräfte. Das THW wurde mit den Fachgruppen, Räumen und Beleuchtung aus den Ortsverbänden Lübbecke, Bünde, Vlotho und Bielefeld über den Fachberater Bau angefordert.

Ferner waren das Ordnungsamt, das Umweltamt, das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Mitarbeiter des Klär- und Wasserwerkes der Gemeinde Hüllhorst sowie die Energieversorger an der Einsatzstelle. Das Löschwasser wurde als Vorsichtsmaßnahme aufgefangen und von einem Entsorgungsunternehmen abgefahren.

Die Leitung der Feuerwehr Hüllhorst bedankt sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung!

Text: Stefan Mehnert (Einsatzleiter / Leiter der Feuerwehr)
Fotos: Björn Schröder (Feuerwehr Lübbecke)

Jahresbericht 2019

Auch wenn dieses Jahr keine Jahresdienstversammlung stattfinden kann, gibt es natürlich den Jahresbericht. Denn: In 2019 ist viel passiert und es ist wichtig darüber zu reden und Einblicke in die Feuerwehr zu geben.

Man spricht meist nur von „der Feuerwehr“, an Einsatzstellen werden wir nicht selten gefragt, ob wir die Berufsfeuerwehr aus der Nachbarkommune sind. „Die Feuerwehr“, das sind mit Einsatzabteilung, Unterstützungsabteilung, Ehrenabteilung, Jugend- und Kinderfeuerwehr weit mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde. Wir arbeiten daran, sichtbarer und transparenter zu werden!

Nachdem dieses Jahr die traditionelle Großveranstaltung „Tanz in den Mai / Maifeier“ in Tengern nicht stattfinden kann, haben wir uns entschlossen den Jahresbericht pünktlich zum langen Wochenende zu veröffentlichen.

Kleinbrand im Wiehengebirge durch fahrlässige Waldbesucher

Der Löschzug West der Feuerwehr Hüllhorst wurde gegen Mittag mit dem Stichwort „Flächen / Waldbrand“ in den Ortsteil Oberbauerschaft alarmiert. Gemeldet war ein Schwelbrand im Bereich „Kniebrink“.

Der zur Erkundung eingesetzte Einsatzleitwagen konnte dank eines vorbildlichen Mountainbikers (der auch das Feuer gemeldet hatte) und seiner Tochter die Einsatzstelle schnell auffinden. Sie hatten sich an Weggabelungen postiert und die Einsatzkräfte eingewiesen.

Die Einsatzstelle befand sich auf eine Lichtung mit guter Aussicht. Aus dem Bereitstellungsraum wurde das Tanklöschfahrzeug abgerufen, welches über einen schwer befahrbaren Nebenweg die Brandstelle anfuhr. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden und die ca. 50 Einsatzkräfte nach 1,5 Stunden wieder einrücken.

Fassungslos machte die Tatsache, dass das Feuer offensichtlich durch fahrlässige Waldbesucher entstanden war. Es wurde eine Aluschale mit einer Bratwurst in der Feuerstelle vorgefunden.

Feuer im Berg zu entzünden ist zu dieser Jahreszeit genauso wie das Rauchen verboten!

Die Polizei ermittelt, das Ordnungs- sowie das Forstamt wurden informiert.

An dieser Stelle noch einmal der dringende Hinweis auf unsere Information vom 17.04.: https://www.feuerwehr-huellhorst.de/aktuelles/hinweise-zur-waldbrandgefahr/

Ein vermeintlich kleines Feuer kann sich im Wiehengebirge derzeit schnell ausbreiten. Wir appellieren daher an alle Bürger, diese Hinweise unbedingt zu beachten!

Einsatzleiter war der Stellv. Leiter der Feuerwehr Sven Heuer.

Hinweise zur Waldbrandgefahr

Das schöne Wetter und das begrenzte Freizeitprogramm locken derzeit viele in das Wiehengebirge. Einsätze im Bereich des Wiehengebirges sind für die Feuerwehr aufgrund der Zuwegungen und der nicht vorhandenen Löschwasserversorgung eine besondere Herausforderung. Dazu kommt die anhaltende Trockenheit und größere Mengen Totholz durch die Forstarbeiten im Zuge der Borkenkäfer-Bekämpfung.

Jeder ist gefragt, Brände zu verhüten und für mögliche Einsätze im Wiehengebirge unbedingt die Zufahrten freizuhalten. Eine zugeparkte Zufahrt kann den direkten Zugang zu großen Bereichen des Wiehengebirges für Großfahrzeuge versperren!

Bitte beachten Sie die Mitteilung der Gemeinde Hüllhorst (u.a. Kontrollen durch das Ordnungsamt).

Helfen Sie mit, den Ausbruch von Bränden zu vermeiden, indem Sie nachfolgende Verhaltenshinweise beachten:

  • Unterlassen Sie sämtliche Aktivitäten, die den Ausbruch von Bränden begünstigen können:
  • Beachten Sie das absolute Verbot für offenes Feuer in Wäldern (z.B. Grillfeuer oder Lagerfeuer) und richten Sie sich nach den ggf. behördlich erlassenen Verboten zum Betreten von Wäldern!
  • Rauchen Sie auf keinen Fall im Wald und werfen Sie keine Zigarettenreste fort! Dies gilt selbstverständlich auch bei Autofahrten.
  • Parken Sie auch nicht mit dem Fahrzeug über entzündlichem Untergrund! Der Katalysator eines Kraftfahrzeugs erhitzt sich stark und kann einen Brand auslösen! Benutzen Sie daher nur ausgewiesene Parkflächen!
  • Lassen Sie keinesfalls Glasabfälle achtlos liegen! Diese können wie Brenngläser wirken und Feuer entfachen.
  • Eine Übersicht über die aktuelle Gefahrenlage in Ihrer Region können Sie beim DWD abrufen: Waldbrandgefahr

Um sich und andere nicht zu gefährden und die Arbeit der Feuerwehr zu erleichtern, beachten Sie bitte auch folgende Hinweise:

  • Melden Sie Brände oder Rauchentwicklungen sofort unter Notruf 112!
  • Halten Sie die Zufahrten zu Wäldern, Moor und Heide frei, beachten Sie unbedingt die erlassenen Park- und Halteverbote!
  • Hindern Sie Entstehungsbrände durch eigene Löschversuche an der weiteren Ausbreitung (Austreten, Abdecken mit Sand oder Erde, Löschen mit Wasser oder Feuerlöschern). Tun Sie dies allerdings nur dann, wenn Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen!
  • Sollten Sie vor einem Feuer fliehen müssen, so bewegen Sie sich gegen die Windrichtung!
  • Der Schutz von Menschen geht vor dem Schutz von Sachwerten! Zögern Sie also nicht, sich und andere in Sicherheit zu bringen, um Wertgegenstände zu bewahren

Quelle: BBK

Blaulichtgottesdienst

Am Freitag nahmen wir zusammen mit dem DRK Ortsverband Hüllhorst mit über 90 Personen an einem besonderen Gottesdienst im Gemeindehaus in Schnathorst teil.

Unsere Kameradin Theres Johanning aus der Unterstützungsabteilung (Kinderfeuerwehr) musste im Rahmen Ihres Studiums „Diakonie im Sozialraum“ (Diakonie und soziale Arbeit) einen Gottesdienst gestalten und hatte die Idee zu einem „Blaulichtgottesdienst“. Sie wurde vom CVJM Schnathorst-Tengern unterstützt und für die musikalische Begleitung sorgte der Posaunenchor Tengern. In Ihrer Predigt und Fürbitte ging sehr treffend auf die Herausforderungen ein, welche die ehrenamtlichen Einsatzkräfte beschäftigen.

Die Resonanz war so groß, dass die Bestuhlung noch erweitert werden musste.

Jahreshauptversammlung der Löschgruppe Hüllhorst

Das zurückliegende Jahr war für die Löschgruppe Hüllhorst der Freiwilligen
Feuerwehr mit insgesamt 46 Einsätzen ein durchschnittliches Jahr. Dieses
präsentierte der Vorsitzende des Fördervereins Feuerwehr Hüllhorst Löschgruppe
Hüllhorst e.V. und Löschgruppenführer Oliver Hansel im Jahresbericht den
Mitgliedern der Jahreshauptversammlung.

700 Stunden haben die Feuerwehrkameraden der Löschgruppe Hüllhorst im Jahr 2019 bei
Einsätzen geleistet, damit ist im Vergleich zu 2018 die Gesamteinsatzstundenzahl um gut
100 Stunden gesunken.

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Blaulichtkids on Tour – Ausflug zur Berufsfeuerwehr Minden

Foto: Björn Schröder, Feuerwehr Lübbecke

Am Samstag, den 02.11. stand für „Blaulichtkids“ ein ganz besonderer Dienst auf dem Plan. Mit einem Bus fuhren 22 Kinder mit 8 Betreuern nach Minden zur Berufsfeuerwehr. Dort wurden Sie vom stellv. Leiter der Feuerwehr Tim Upheber und zwei Mitarbeitern der diensthabenden Wachabteilung empfangen. In zwei Gruppen aufgeteilt, erhielten die Kinder einen umfangreichen Einblick in den Alltag der Feuerwehrfrauen und -männer der Berufsfeuerwehr, die auch im Rettungsdienst eingesetzt werden.

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Wohnhausbrand in Oberbauerschaft

In den frühen Abendstunden des 06.11. wurde der Löschzug West der Feuerwehr Hüllhorst in den Ortsteil Oberbauerschaft zu einem Wohnhausbrand alarmiert. Beim Eintreffen des Einsatzführungsdienstes wurde eine starke Verrauchung im Gebäude festgestellt. Zwei Personen konnten sich daher nicht mehr selber über das Treppenhaus retten und hielten sich auf einem Balkon auf. Ein Trupp unter Atemschutz konnte Brand schnell unter Kontrolle bringen. Die Bewohner konnten von der Feuerwehr unverletzt aus dem Gebäude geführt werden.

Die Nachlösch- und Belüftungsarbeiten konnten nach 2,5 Stunden beendet werden. Unter Leitung von Bernd Kirchhoff war die Feuerwehr Hüllhorst mit 45 Einsatzkräften vor Ort.

Zur Brandursache oder Schadenhöhe können keine Angaben gemacht werden.

Waldbrandübung

In den frühen Morgenstunden des 28.10. trafen sich die Führungskräfte und Fachberater vom DRK Ortsverband im Gerätehaus Hüllhorst. Anlass war ein angenommener Waldbrand im Sommer 2019, ausgelöst durch die anhaltende Trockenheit. Nach einer kurzen Lageeinweisung mussten die Führungskräfte diese auswerten und in kürzester Zeit ein Einsatzkonzept erstellen. Im Bereich Ahlsen, im direkten Grenzgebiet zur Stadt Lübbecke, wurden 2 Bodenfeuer angenommen, die sich langsam, aber sicher ausbreiteten. Die Einsatzleitung musste sich insbesondere darum Gedanken machen, wie Löschwasser in den abgelegenen Bereich zugeführt und mit begrenzten Ressourcen gearbeitet werden kann, da angenommen wurde, dass auch die Nachbarfeuerwehren durch Flächen- und Waldbrände gebunden sind.

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