Chronik

Ferner kann die Chronik auch in der Buchhandlung Hüllhorst, Hauptstraße 24 erworben werden.
Eine Leseprobe können Sie sich hier ansehen.
Einen allgemeinen Überblick zum Werdegang der Löschgruppe Hüllhorst erhalten sie im folgenden Text:
Historie der Löschgruppe Hüllhorst
Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr
Hüllhorst am 15.11.1910. Gründungsmitglieder waren insgesamt 25 Männer
aus Hüllhorst und Ahlsen.
Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits eine
Pflichtfeuerwehr, in der jeder männliche Einwohner zwischen 18 und 50
Jahren dienstverpflichtet werden konnte. Dieser unfreiwillige
Spritzenverband war zuständig für die damaligen selbstständigen
Gemeinden Hüllhorst, Ahlsen-Reineberg und Büttendorf.
Die Gründung einer zusätzlichen Freiwilligen Feuerwehr (FF) war vom
Idealismus der damaligen Kameraden getragen, den Brandschutz im Dorf zu
verbessern und die Schlagkraft zu erhöhen.
Zunächst gab es kaum Unterstützung, die Ausrüstung und Uniformen wurden
aus Eigenmitteln bezahlt und einem Antrag der FF, die vorhandene
Handdruckspritze der Pflichtfeuerwehr der FF zu überlassen, wurde
abgelehnt.
1913 kaufte sich die FF dann überwiegend aus eigenen Mitteln eine eigene
Handdruckspritze für damals 920 Mark.
Der erste Weltkrieg war der erste große Rückschlag für die junge
Feuerwehr Hüllhorst. Viele Kameraden fielen im Krieg und die
Wirtschaftskrise führte dazu, dass die junge Wehr ihre aufgenommen
Kredite für die selbst gekaufte Handdruckspritze nicht mehr bezahlen
konnten. Auch der erste Hauptmann Heinrich Poggemöller, genannt Heinrich
Göking, aus Ahlsen ließ im ersten Weltkrieg im jungen Alter von 26
Jahren sein Leben.
Zu Zeiten der Weimarer Republik wurde die Freiwillige Feuerwehr
Hüllhorst von Karl Rehfeld sen. geführt, der von Beruf berittener
Gendarm gewesen ist, vergleichbar einem heutigen Polizeibezirksbeamten.
Disziplin, Ordnung und militärischer Einfluss haben die damalige
Feuerwehr besonders ausgezeichnet. Die Einsätze zu der Zeit waren
ausschließlich Brände in damals überwiegend landwirtschaftlichen
Gebäuden, die fast immer komplett in Schutt und Asche fielen.
Die Machtergreifung der Nazis im dritten Reich hatte auch unmittelbare
Auswirkungen auf die Feuerwehr Hüllhorst. Die Eigenständigkeit wurde
aufgehoben, das Mitbestimmungsrecht der Kameraden wurde stark
eingeschränkt und das Führerprinzip auch für die Feuerwehr Hüllhorst
eingeführt. Alle wichtigen Entscheidungen konnten nur noch mit
Zustimmung der entsprechenden Funktionäre der örtlichen
nationalsozialistischen Partei getroffen werden.
Nach dem zweiten Weltkrieg stand die Feuerwehr Hüllhorst erneut vor
einem Neuanfang. Hüllhorster wie beispielsweise Erich Bökenkröger, Heinz
Theilig oder der damalige Brandmeister Karl Lücking bauten die
Löschgruppe Hüllhorst wieder auf und das Wirtschaftswunder wirkte sich
auch auf die Feuerwehr aus. 1951 wurde das neue Gerätehaus in der
heutigen Straße Lohbrede bezogen und neben den Einsätzen standen auch
Ausflüge und Feierlichkeiten im Mittelpunkt des Vereinslebens. Allen
älteren Einwohnern von Hüllhorst ist sicherlich noch das jährlich im
Nachtigallental stattgefundene Feuerwehrfest in Erinnerung, welches
neben dem Sängerfest die gesellschaftlichen Höhepunkte in Hüllhorst
waren.
Ende der siebziger Jahre war die Löschgruppe Hüllhorst eine
eingeschworene Truppe aus gut 20 Kameraden. Es war aber schwierig neue
Männer für die Arbeit zu begeistern und so wurde 1980 die
Jugendfeuerwehr Hüllhorst gegründet, die sich bis heute als
Erfolgsgeschichte bewährt hat.
Seit 1984 verfügt die Löschgruppe Hüllhorst über ein Feuerwehrgerätehaus
im Hüllhorster Industriegebiet. So wurde es endlich möglich, in den
neuen Räumlichkeiten insbesondere der Ausbildung einen neuen Stellenwert
zu geben, der bisher nicht möglich war. 1985 wurde die Rettungsschere
Hüllhorst in Dienst gestellt, die damals in dieser Konzeption die erste
im Altkreis Lübbecke war, die ausschließlich von freiwilligen
Feuerwehrmännern besetzt wurde.
In den neunziger Jahren wurde insbesondere die technische Ausrüstung und
die Alarmierung weiter verbessert, die Ausbildung auf neue Inhalte wie
beispielsweise die ABC-Gefahrenabwehr erweitert und der Fahrzeugpark
erneuert und vergrößert.
Heute ist die Löschgruppe Hüllhorst eine modern ausgerüstete
schlagkräftige Feuerwehr mit 36 aktiven Mitglieder, darunter zwei
Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei 32 Jahren. Zur Löschgruppe
gehört eine Jugendfeuerwehr, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum
feiern kann. Somit stellt die Löschgruppe Hüllhorst die stärkste
Löschgruppe im Gemeindegebiet da. Nachwuchsprobleme gibt es aktuell
nicht. Geführt wird die Löschgruppe Hüllhorst seit 1996 von Andreas
Henke als zuständigen Löschgruppenführer und Vorsitzenden des
Fördervereins. Als Fahrzeuge stehen ein leistungsfähiges
Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 24 zur Verfügung sowie ein
Vorausrüstwagen, der für die Einsätze bei Verkehrsunfällen vorgesehen
ist. Ein Mannschaftstransportfahrzeug rundet den Fahrzeugpark der
Löschgruppe Hüllhorst ab. Jährlich sind zwischen 20 und 25 Einsätze der
verschiedensten Art zu bewältigen. Die Beseitigung von gefährlichen
Wespennestern, Unwettereinsätze, Einsätze bei Verkehrsunfällen bis hin
zu Großbränden müssen von den Kameradinnen und Kameraden bewältigt
werden.
